WIR HABEN GÄSTE AM 23. APRIL 2017

 

© Nachlass Christel Schulmeyer

© Nachlass Christel Schulmeyer

 

Christel Schulmeyer
Im Nahbereich
23/04 – 28/05/2017
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Eröffnung: Sonntag, 23. April 2017 16-20 Uhr

Die Einführung hält Heribert Schulmeyer
Live-Musik von Salonesk: Romantische Volkslieder
A small village near the city of Cologne, this was Porz-Eil during the 1950s. Christel Schulmeyer (1926-2017) spent her whole life there. In the 50y she took a photo of almost every single inhabitant. Fotoraum exhibits a part of her unique and astonishing work to the public for the first time.

Im Nahbereich – Porträtaufnahmen aus Köln um 1950

Am Anfang war die Dash-Trommel. In der alten Waschmittelverpackung mit dem markanten Schriftzug lagerten, geschützt vor Staub und Lichteinfluss, viele alte Filmrollen jahrzehntelang unbeachtet. Das umfangreiche analoge Filmmaterial stammt von der Künstlerin Christel Schulmeyer aus Köln-Eil, die im Februar dieses Jahres im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Noch zu ihren Lebzeiten begannen ihr Sohn Heribert Schulmeyer und die Künstlerin und Kunstvermittlerin Barbara Räderscheidt mit der Sichtung und Digitalisierung der ungezählten Schwarzweißfilme, die fein säuberlich beschriftet, in beigen Pappdöschen auf ihre Entdeckung warteten. Erstmalig präsentiert der FOTORAUM KÖLN E.V. Auszüge aus dem Archiv von Christel Schulmeyer (1926 – 2017). Mit der Ausstellung “Im Nahbereich” leistet der Fotoraum einen Beitrag zum Erhalt von Künstlerarchiven aus der Region und setzt ein Zeichen gegen das Verschwinden von analogen Bildbeständen. Nur mit dem Erhalt von Künstlerarchiven kann der Kontext, in dem sie entstanden sind, weitervermittelt werden und die Erinnerung an Geschichte konkret bleiben. Die systematische Erschließung des Archivs von Christel Schulmeyer steht erst am Anfang.

Präsentiert werden bisher unveröffentlichte Porträtaufnahmen, die in den 1950er Jahren in Christel Schulmeyers Heimatort entstanden sind. Ein Dorf in der Nähe von Köln, das war Porz Eil in den 50er Jahren. Christel Schulmeyer lebte ihr ganzes Leben dort. Sie schreibt über ihre Umgebung und über ihre Arbeit: “Die Bewohner von Eil lebten vorwiegend vom Ackerbau und dem Verkauf selbstgebundener Heidebesen. Heute herrschen vorstädtische Bedingungen. In diesem Dorf bin ich aufgewachsen und habe immer dort gelebt. Nach dem 2. Weltkrieg brauchten alle Bewohner neue Personalausweise. Ab 1947 war ich Lehrling im Fotoladen “Reingen und Uckele” in Köln – Deutz. Ich besaß eine kleine Voigtländer Kamera (4 1/2 x 6), später eine Rolleiflex (6 x 6) und konnte an Negativmaterial kommen. Von 1947 bis in die 50er Jahre habe ich fast für das ganze Dorf Passbilder aufgenommen, habe Hochzeiten oder den 1. Schultag fotografiert. Jedes Bild kostete 1 Mark. Im Laufe der 50er Jahre änderte sich die Situation. Es gab jetzt einen Fotoladen im nahegelegenen Porz.

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ÖFFNUNGSZEITEN: jeden Sonntag 14-18 Uhr sowie nach Vereinbarung | FINISSAGE: Sonntag, den 28. Mai, 14-18 Uhr

Opening: Sunday, 23.April 2017 4-8pm | Opening hours, sundays 2-6pm | Closing event: Sunday


 

Salonesk
Romantische Volkslieder

Salonesk im Fotoraum

Salonesk

Salonesk singt Volkslieder. Er sammelt Volkslieder.
Sie wurden umgeschrieben, neu komponiert über eine lange Zeitspanne hinweg …
Und Salonesk erweckt sie in seiner Darbietung zum Leben.

Live-Musik im Rahmen von WIR HABEN GÄSTE ab spätestens 17 Uhr, Performance circa 30 Minuten

 

Der FOTORAUM KÖLN E.V. ist Atelier – und Ausstellungsplattform zugleich. In der interdisziplinären Ausstellungsreihe “Wir haben Gäste” stellt der Fotoraum Köln e.V. internationale Gegenwartsfotografie vor und setzt sie mit Musik, Performance oder Bewegtbildern in Beziehung. Der Verein öffnet so einen Raum für das Zwiegespräch zwischen Künstlern verschiedener Sparten sowie zwischen Künstlern und Publikum. Gezeigt werden vor allem künstlerische Positionen, die das Medium ausreizen oder ein Thema auf subtile Weise neu beleuchten und gewohnte Sichtweisen hinterfragen.

Foto: Francesca Magistro

Bilder der Eröffnung Hier klicken

Eröffnung am 5. Februar 2017, 11-14 Uhr,
Uraufführung 12 Uhr
in den Räumen der Michael Horbach Stiftung
Wormser Str. 23, 50677 Köln

Ausstellung, Videoinstallation und Soundperformance Uraufführung mit und über das MenschenSinfonieOrchester

Seit über zehn Jahren beweist das MenschenSinfonieOrchester (MSO) aus Köln das, woran heute so viele in unserer Gesellschaft zweifeln. Menschen unterschiedlichster kultureller und sozialer Herkunft arbeiten auf Augenhöhe und mit großem Erfolg gemeinsam an einem Projekt. Die Heterogenität der Musiker charakterisiert das Schaffen des MSO, das seit 2001 deutschlandweit auftritt und das Publikum mit seinen Darbietungen begeistert. Der in Köln lebende Saxophonist und Jazzmusiker Alessandro Palmitessa lenkt die Synergien der Orchesterproben und hält die Fäden als Orchesterleiter in der Hand. 17 Musiker, aufgeteilt auf Perkussion, Bass-Gruppe, Klavier, Blasinstrumente und Gesang, gestalten mit Verve ihren typischen Orchesterklang. Das MSO „ist wohl eines der ungewöhnlichsten Symphonieorchester Deutschlands” (WDR).

In Die Materie der Welt ist das MenschenSinfonieOrchester Inspirationsquelle, Sujet und Akteur zugleich. Fasziniert von der Kraft der Synergie sowie der Ambivalenz der kulturellen und sozialen Unterschiede der Orchestermitglieder, tauchten die Fotografin Francesca Magistro und der Filmemacher Geremia Carrara bei den Proben in die Welt des Orchesters und der einzelnen Mitglieder ein. Behutsam beobachtend und erforschend sind so poetische Fragmente dieses einzigartigen Konglomerats ohne Zuschreibungen und Wertungen entstanden. In ihrer Installation aus großformatigen Fotografien und Videosequenzen lassen die beiden Künstler bewusst Lücken, die von den Musikern des MSO geschlossen werden.Zur Ausstellungseröffnung in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung wird das MenschenSinfonieOrchester unter der Leitung von Alessandro Palmitessa eigene Werke uraufführen.
Die Künstler Francesca Magistro und Geremia Carrara werden anwesend sein.
www.francescamagistro.com

Unter der Schirmherrschaft des Italienischen Kulturinstituts Köln.
05. Februar – 19. März 2017  · Mi. und Fr. 15:30-18:30 Uhr · Kunsträume der Michael Horbach Stiftung · Wormser Str. 23, 50677 Köln
Gefördert durch die VG Bild-Kunst Stiftung, das Kulturamt der Stadt Köln und den Fotoraum Köln e.V.
Mit freundlicher Unterstützung durch Michael Horbach Stiftung, new talents biennale cologne, Südstadt leben e.V., Kölner Kulturpaten, Albrecht Rechtsanwälte.

Wir haben Gäste am 20. Januar 2017

Paula Winkler Exceptional Encounters
Zero Solaris Weiße Flächen und Rosa Rauschen
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Eröffnung: Freitag, 18. November 2016 ab 20 Uhr

Der Akt, die Abbildung des nackten menschlichen Körpers, ist eines der ältesten und vielfältigsten Genres der Kunst. Vor allem die Darstellung des nackten weiblichen Körpers scheint heute zu einer Selbstverständlichkeit in Kunst und Öffentlichkeit geworden zu sein. Im Gegensatz dazu wird mit dem Blick auf den nackten Männerkörper viel zurückhaltender umgegangen.
Anknüpfend an das große Spektrum von Akt-Darstellungen in der Fotografie dekonstruiert Paula Winkler gewohnte
Körperbilder und setzt sich mit Rollenklischees von Künstlern und Betrachtern auseinander.
In ihrer Serie „Exceptional Encounters“ (2011), zeigt Paula Winkler Porträts von nackten Männern, die auf der Suche nach Sexualpartnerinnen Kontaktanzeigen geschaltet hatten.

 

Zero Solaris:Weiße Flächen und Rosa Rauschen (Noise-Pop, Organ-Song)


Fotos bei Rotlicht im Labor zu vergrößern ist ein handwerklicher Vorgang, der die Erinnerung an die fotografierte Situation auf eine spezielle Art und Weise verändert und verklärt – ein magischer und geheimnisvoller Vorgang, der auch in Antonioni´s Film „Blow Up“ eine große Rolle spielt. Das prozesshafte Geschehen tritt dabei in den Vordergrund. In den englisch-, deutsch- und französischsprachigen Songs von Weiße Flächen und Rosa Rauschen geht es um Fotografie, um den Vorgang des Erinnerns, um Konzentration und um Projektion. Die Songs wurden bisher nicht veröffentlicht und sind bis auf Weiteres ausschließlich bei Live-Auftritten zu hören. Zero Solaris wird für das Konzert im Fotoraum seine Stimme, eine Mundharmonika sowie eine alte Philips Philicorda GM 774-Orgel mit Gitarren-Effekten benutzen.
Zero Solaris ist ein Projekt des Musikers und Schauspielers Oliver Bedorf, bei dem es in erster Linie um den Song als künstlerische Ausdrucksform geht.

 

 

Wir haben Gäste am 18. November 2016

DE|EN

Claus Stolz
Solitär
18/11 – 18/12/2016
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Eröffnung: Freitag, 18. November 2016 ab 20 Uhr

BILDER VON DER ERÖFFNUNG HIER KLICKEN

Das Künstlergespräch zur Eröffnung führt Damian Zimmermann
Live-Musik von Mythos Amerika in “Blessings of Liberty”

Licht – das liegt in der Natur der Sache – ist der wichtigste Faktor, um eine Fotografie herzustellen, denn ohne thermische oder nicht-thermische Strahlen kann auch kein Foto entstehen – in der Regel hält der analoge Film oder der Sensor einer Digitalkamera die von den fotografierten Objekten reflektierten elektromagnetischen Wellen auf. Doch wenn Claus Stolz (geboren 1963) fotografiert, will er die gesamte Kraft der Sonne für seine Bilder nutzen. Wobei: Fotografieren kann man das, was der gebürtige Mannheimer macht, eigentlich nicht nennen. Zwar benutzt er analoge Filme, eine Kamera und sehr viel   Licht für seine Bilder – aber sein Ziel ist nicht die Fixierung eines Moments und die Belichtung seines Filmmaterials, sondern nichts weniger als dessen Zerstörung durch eben diesen Moment. Denn Claus Stolz’ (Ab)bilder sind keine Fotografien im herkömmlichen Sinne, sondern zeigen das, was übrig bleibt, wenn sich die Sonne bei einer Langzeitbelichtung im wahrsten Sinne des Wortes in das Negativ einbrennt: Sie erschafft ein Bild, ein Unikat, indem sie es durch Licht und Wärme zerstört.

Die Ergebnisse nennt Stolz Heliografien (also Zeichnungen der Sonne) und sie sind nahezu vollkommen abstrakt und lassen nur erahnen, was dort eigentlich genau passiert ist. Sie erinnern genauso an Mikroskop- wie an Teleskopaufnahmen, sie können genauso stark vergrößerte Zellen oder Insektenaugen wie Lichtjahre entfernte explodierende Sonnen oder Galaxien sein. Mal sind sie bunt wie ein Kaleidoskop, dann wieder einfarbig mit zahlreichen kleinen Bläschen wie bei einer Zellteilung. Mal sehen sie aus wie wahre Schmuckstücke, dann wie die Computertomografie eines menschlichen Kopfes.

All diese Erscheinungen hängen von der Intensität des Lichts, aber auch vom verwendeten Filmmaterial ab: Stolz nutzt Planfilm, also einzelne Negative, die er als Blätter in seiner robusten Mittelformatkamera verwendet und das Material für mehrere Sekunden, Minuten oder auch Stunden belichtet. Die Linse ist dabei genau auf die Sonne gerichtet bis es zu schmoren, schwelen und brennen beginnt. Es sei nicht nur ein mal vorgekommen, dass er sich dabei eine Kamera ruiniert habe, so Stolz. Kodak-Filme würden übrigens gelber brennen als Fujifilme, Agfa erzeuge hingegen Blautöne, der Schwarzweiß-Diafilm bringt allerdings feinste Grautöne mit Nuancen von Gold hevor während Ilford zu Braun neige.

Es gibt aber auch die Aufnahmen, in denen der Sonnenverlauf klar nachvollziehbar wird, weil es einen langgezogenen Licht- und Brandstreifen, vielleicht sogar unterbrochen von Wolken, die sich zwischenzeitlich vor die Sonne geschoben haben, auf dem Negativ gibt. Sie entstehen bei Belichtungen (oder sollte man hier besser von „Verbrennungen“ reden?) länger als 30 Sekunden. Mit dieser Vorgehensweise gehört Stolz eindeutig in die Kategorie der „konkreten Fotografie“ – wobei „radikale Fotografie“ sicher der passendere Begriff wäre.       

Damian Zimmermann

ÖFFNUNGSZEITEN: jeden Sonntag 16-18 Uhr sowie nach Vereinbarung | FINISSAGE: Sonntag, den 18. Dezember, 16-18 Uhr

www.clausstolz.de | www.damianzimmermann.de

 

Mythos America
Blessings of Liberty

MYTHOS AMERIKA is based in Cologne and plays a number of instruments simultaneously using his hands, feet, limbs, and various electronic contraptions. His music is both emotionally involving and clinically aloof. His lyrics comment on common aspects of everyday life as well as bizarre phenomena of twenty-first century (cyber-)culture. He approaches the myths underlying contemporary culture with a style both playful and serious, respectful and iconoclastic. As a matter of principle, he’d like to take a stand, but refuses to choose sides.

Live-Musik im Rahmen von WIR HABEN GÄSTE ab ca. 21 Uhr, Performance circa 30 Minuten

Mythos America auf Soundcloud

 

Wir haben Gaeste

Der Fotoraum Köln e.V. ist Atelier und Ausstellungsplattform zugleich. Ob Dokumentarfotografie, Fotojournalismus oder Landscape, experimentelle, inszenierte oder konzeptionelle Fotografie: In der interdisziplinären Ausstellungsreihe „Wir haben Gäste” stellt der Fotoraum Köln e.V. internationale Gegenwartsfotografie vor und konfrontiert sie mit Musik, Performance oder Bewegtbildern.

Pressekontakt: presse@fotoraum-koeln.de | Rosanna D’Ortona, Bernadette Jansen

+++ COFA Contemporary: Der Fotoraum Köln e.V. präsentiert in einem Gemeinschaftsprojekt mit AIC (Art Initiatives Cologne) Sarah Van Marcke und Vittorio Mortarotti auf der COFA Contemporay. 17.11.-20.11.2016, Halle 11.2 / Stand B-033 – AIC SPACES, Köln Messe/Deutz – Eingang Süd +++